Andoya/ Västeralen, Hauptsache oben!, Puffin- Alarm und der Krebs- Dompteur
Kühler als an den
Vortagen, aber sonst toll, lautete unser erster Eindruck hier auf den
„Västeralen“! Die Nacht war natürlich ruhig wie erwartet, auch wenn sich
zuletzt noch ein paar weitere Mobile auf „unseren“ Platz gesellt hatten. Der
war sowieso riesig.
Während ich die warme
Sonne nutzte, um auf einem Steg zwei Stunden zu angeln (durchaus erfolgreich),
durchpflügte das Wuschele den Ort Lodingen zu Fuß. Zu ihrem großen Glück fand
sie einen Supermarkt , der ein ihr sehr wichtiges Getränk im Angebot hatte…
naja, wir mussten sowieso ein paar Dinge kaufen.
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| Wunderbarer Übernachtungsplatz in Lodingen |
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| In Lodingen |
Bei der Gelegenheit ein
paar Infos für zukünftige NOR- Fahrer: Butter ist relativ teuer hier, Käse
auch, Milch deutlich über doppelt (aber dafür schmeckt 1,2 %ige viel milchiger
als bei uns z.B. die 1,5%-ige), Wurst und Fleisch ist teurer als zuhause. Fisch
gibt’s – wenn überhaupt – nur ab und zu und nur gefroren: kein Wunder, hier
angelt ja jeder und hier hat ja jeder sein Boot! Das Gas ist etwa so wie bei
uns, allerdings (wir waren etwas unsicher, wieviel noch in der Flasche war und ließen die große deshalb füllen) berechnen
sie – egal wieviel eingefüllt wird – den Preis für die ganze Flasche…
Danach fuhren wir weiter,
Ziel war das nördlichste Ende der Västeralen- Insel „Andoya“, die kleine Stadt
Andenes. Unterwegs fand sich sogar eine Tankstelle, die 16,95 NOK für Diesel
haben wollte; immerhin deutlich teurer als das, was wir zuletzt bezahlten. Aber
sei’s drum.
Unterwegs stand am
Ortsrand eines netten, kleinen Städtchens (man kann sich die Namen hier einfach
nicht merken!) eine hübsche Kirche. Nun sind wir ja nicht die ganz regelmäßigen
Kirchgänger, aber wenn man dann mit Kaffee und Cookies vor der Ahnengalerie empfangen
wird, ja dann…
Etwa 20 Kilometer vor
Andenes fuhren wir in den Hochnebelbereich. Dazu fielen die Temperaturen
kontinuierlich bis zuletzt 10 Grad. Okay, dafür erreichte ich in Andenes einen
persönlichen Rekord: meine nördlichste je bereiste Stelle (das Wuschele war ja
bereits mal am Nordkap)!
In der Stadt angekommen,
stellte sich schon am ersten Fußgängerüberweg wieder einmal die Frage, ob wir
eigentlich auf Sommerreise sind oder nicht? Menschen mit starker Mützen-
Vermummung, Pelz besetzten Jacken und Handschuhen kreuzten vor uns die Straße…
Einen Stellplatz zu finden
war wie immer keinerlei Problem (wir haben in Norwegen noch immer keinerlei
Kosten für irgend einen Stellplatz oder eine Ver- oder Entsorgung gehabt), und
nachdem heute Rib- Eye mit Gemüse, Pilzen und Reis auf dem Menüplan stand,
freuten wir uns langsam hungrig. Wir teilten die Aufgaben wie immer: ein
Gruppenmitglied kochte, eines erkundete die Ortschaft…
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| Da soll es Touristen geben, die mehrfach in die Keksdose greifen... |
Allerdings wird nicht
allzu viel geboten: klar, Walbeobachtungstouren (die wir nicht brauchen), und
ein mächtig hoher Leuchtturm.
Und natürlich, aber das
war schon unser Freitagsvorhaben, die Wandertour zum „Matind“. Eine
unbeschreibliche Rundumsicht und eine wunderbare Wanderung wurde (besonders
mir…) angepriesen, aber als wir aufwachten, lag noch immer dichter Nebel über
uns. So begann der Feiertag (für den Waldschrat wegen der Wanderung, für mich
wegen dem abendlichen Hauptgang: Spaghetti mit prawns, Kräuterzeugs und
Knoblauch) mit dem Studium der Wetter- Apps. Also gut, es hieß, dass es zwar
neblig sei, aber zwischendurch auch immer wieder sonnige Abschnitte erwartet werden.
Der Aufstieg auf gute 400
Meter war felsig und ziemlich steil. Außer ein paar andern Wanderern sahen wir
noch ein Schaf mit einem gebrochenen Bein. Sonst sahen wir an sich nix! Also
Nebelschwaden, klar, reichlich. Der Nebel war eigentlich immer da, und er
sorgte sogar für nasse Haare. Das war nicht schlimm (bei etwa 6 Grad Celsius!),
denn der deutlich kälter empfundene, aber unterbrechungslos scharf pfeifende
Wind trocknete das Haar ja immer gleich wieder…
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| Bissi felsig halt zum "Matind" hoch |
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| Aber landschaftlich ein Genuss und mit herrlicher Ausicht - natürlich nur an sonnigen Tagen... |
Falls die Frage auftaucht:
ja natürlich! Der Waldläufer musste hinauf, nach dem „Watzmann“- Motto „Der
Berg ruft!“, ganz hinauf. Auch wenn lange vorher sicher war, dass man nichts
wird sehen können. Aber wir haben jetzt unser Jodeldiplom, ich meine natürlich
unser Gipfelfoto…
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| D isses! Unser Jodeldiplom! |
Auf der
Rückfahrt etwa vier Stunden später sahen wir unterwegs noch eine Weile einer
Gruppe Wale beim Spiel zu, allerdings in so großer Entfernung, dass sie
außerhalb der Reichweite eines jeden Fotoobjektivs blieben (für die Insider:
ein 1500er hätt‘s vielleicht gepackt…).
Wir
fanden umgehend einen wunderbaren Platz direkt am Meer für die Nacht. Der
Hunger ließ uns zügig eine Mahlzeit zubereiten und dann begannen wir, für die
kommenden Tage zu überlegen.
Wochenende.
Haha, das haben wir ja immer! Heute standen „Puffins“ auf dem Programm. Es gibt
bei Bleik – was nur wenige Kilometer entfernt von Andenes liegt – eine vor
gelagerte Insel, auf der etwa 80000 „Puffins“, also Papageientaucher, leben.
Eigentlich nur für etwa vier Monate nisten, denn den Rest der Zeit leben sie
auf dem Meer. Unter sie gesellen sich stets Raubmöwen (damit die nicht selbst
auf Futtersuche gehen müssen), die versuchen, den Fang zu klauen, aber auch
andere Vögel mit gleichem Hintergrund. Und aus der Luft droht permanent Gefahr
von Seeadlern, die, wie man hört, pro Kopf täglich zwei „Puffins“ verspeisen.
Ich konnte einen solchen Angriff, der erfolglos verlief, beobachten, für die
Kamera war es zu weit weg, aber das war echt spannend.
Die
Tiere mit ihrem Namen gebenden Papageien- Schnabel sind putzig, tauchen gut und
fliegen wirklich schnell. Im Fels oder in der Erde bauen sie ihre Nester und
dorthin kommen sie (also niemals umziehen!) jedes Jahr. Übrigens jedes Jahr mit
ein und demselben Partner.
Natürlich sind sie scheu und kommen nicht in die unmittelbare Nähe von Menschen, so dass es nicht wirklich easy ist für gute Fotos. So war ich wieder einmal heilfroh, dass meine Kamera so gute Bilder macht.
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| Die "Vogelinsel" |
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| Einfach putzig und interessant anzusehen: Puffins |
Am
Mittag fuhren wir weiter bis Sortland, jetzt bereits auf dem Weg zur nächsten
Insel der Västeralen, „Langoya“. In
Sortland übernachteten wir wie üblich
„wild“ und gleichzeitig an einer Stelle, wo man gut angeln könne.
Miss
Latsch machte sich zügig auf, um noch etwas Bewegung zu bekommen. Dabei sah sie
unterwegs fast einen Elch! Also fast nur, um genau zu sein, fand sie den Beleg,
dass es hier Elche gibt, nämlich des Elchs Hinterlassenschaften…
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| Da kann doch der Elch nicht weit sein! |
Und ich?
Zack! Schnell lieferte ich, zusammen mit dem Vormittag des Sonntags, den Beweis
ab, welch großartiger Angler ich bin!
An die
„Topstelle“ kamen auch ein paar Einheimische; sie alle blinkerten. Zwei Dinge
unterschieden sie jetzt von mir: erstens fingen sie etwas, zweitens verloren
sie nicht vier Haken (plus ein Vorfach) in den Felsen wie ich. So trotzte ich
den acht Grad nur so lange, bis ich durchgefroren war. Um 22 Uhr machte ich
(inzwischen kam die Flut) eine Stelle aus, wo es nicht felsig ist und probierte
es nochmals. Und tatsächlich fing ich… zwei Krebse! Unfassbar! Und vor allem,
wie soll ich bei deren Scheren- Aktivitäten einen Haken irgendwo raus machen?
Also versuchte ich so gut es ging, denen zur „Flucht“ zu verhelfen, immer in
der Hoffnung, dass sie mir wenigstens nicht die Angelschnur durchzwicken. Nach
dem zweiten gleichartigen Vorfall hörte ich ziemlich gefrustet auf.
Am
Sonntag änderten wir wegen nur sehr durchschnittlichen Wetters und
geschmeidigen 7 Grad unsere Pläne und legten einen „Zwischentag“ ein. Frau
Müller wanderte durch die Stadt, und ich versuchte mich mit dem Angelzeug im
Bereich der Hurtigruten- Anlegestelle. Das erste, was ich fing, war ein kleines
Fischlein. Dies machte eine Hand voll Möwen dermaßen neugierig, dass sie erst
über mir kreisten und dann flog mir doch glatt eine so bescheuert in die Schnur
meiner zweiten Angel, dass sie sich mit einer Schwinge so extrem verhedderte,
dass ich keine Chance hatte (obwohl ich sie komplett aus dem Wasser zog und es
an Land versuchte!), sie zu befreien. Weil die mit ihrem harten Schnabel in
ihrer Not natürlich auf alles einzupicken versuchte, was im Bereich war (zB auf
den roten Schwimmer) hatte ich mächtig zu tun, wenigstens nicht verletzt zu
werden! Letztlich schnitt ich meine Schnur komplett ab und musste erneut
Materialverluste verzeichnen. Die Möwe konnte ich ins Wasser ablassen, aber sie
schien dauerhaft Flug unfähig… Wenigstens fing ich uns im Anschluss noch so
viel Fische, dass es für eine schöne Mahlzeit reicht.
Am nächsten Morgen fuhren wir nach dem Einkauf weiter. Der Einkauf war vor allem – was die Reiseleitung entdeckt hatte – ein Stück (Probierstück!) Walfisch. Das wollten wir abends neben den Fischen mal ausprobieren. Es war ein Flop! Trocken, geschmacklich nicht recht Fisch, nicht recht Fleisch, aber auch nicht Leber wie es eigentlich am ehesten aussah. Also, wir brauchen es nicht zwingend wieder.
Wir fuhren
auf die Västeraleninsel Langoya, und dort zuerst ans „Ende der Welt“, die
winzige Ortschaft Sto. Schmucker Hafen, malerische Landschaft. Dass wir auf dem
Weg dorthin durch den Ort „Klo“ mussten, wunderte uns bereits nicht mehr.
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| Västeraleninsel "Langoya" - landschaftlich jedenfalls wunderschön |
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| Ohne Worte... |
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| Sto: sie sagen, es sei das Ende der Welt... |
Was
diese Insel und das nächste „Ende der Welt“ (es gibt hier wohl mehrere...) alles zu bieten haben und wie es
uns ergeht, darüber berichten wir demnächst unter diesem link.
Bis
dahin bleibt alle gesund und genießt die Tage, herzliche Grüße,
Marion
"Ichmussdahinauf" & Tommy "Angelmeister"




























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