Buddha ruft, glückliche Einreise und der "Holmenkollen"

Bei milden 31 ° C sind wir also am Samstag gestartet, Samstag deshalb, um möglichst vielen LKW auf der Straße zu entgehen. Das ist gelungen. 



Unseren ersten Übernachtungsplatz fanden wir nach einem genussvollen 9- Gänge- Menü (man hat ja auch kaum Hunger bei der Hitze…) auf einem kleinen Parkplatz an einem Badesee in Nortorf. Natürlich musste ein Mitglied der Reisegruppe umgehend schwimmen gehen, denn das ist ja langweilig und nervig, so den ganzen Tag im WoMo sitzen… 

 
Allerdings begab ich mich letztlich doch auch noch ins Wasser, um von innen und außen ein wenig abzukühlen.



Nach einer angenehmen Nacht führte uns der Weg über die Grenze und durch Dänemark in Richtung Öresundbrücke, ohne irgendwelche Höhepunkte.



So wie die Zahl der Mercedes‘ auf den Straßen abnahm, so nahm die der Volvos zu, und wir hätten auch ohne jedes Schild gewusst, dass wir jetzt dann in Schweden sind.
Ich beschloss bereits bei der Einreise nach Schweden, dass ich umgehend zum Buddhismus konjugiere (oder wie das eben heißt!): und zwar deshalb, damit ich wiedergeboren werde. Meinen Wunsch habe ich schon abgegeben, ich möchte beim nächsten Mal eine Brücke werden, am besten im skandinavischen und über einen Sund irgendwo. Denn da musst du null und nix tun, einfach bloß dastehen, und ganz zum Schluss, wenn du eigentlich schon Geschichte bist, dann werfen dir die Menschen – und zwar alle – richtig viel Geld in den Rachen! Super Sache.

Landskrona in Schweden sollte unsere Station sein für die nächste Nacht, denn dass wir das bis nach Norwegen schaffen könnten, hatten wir uns längst abgeschminkt; was aber auch wirklich nicht schlimm war. Dort standen wir direkt am Meer am Yachthafen, üppig Platz, abends noch immer 27 ° C und mit einem wunderbaren Sonnenuntergang belohnt. Einzig dass auch über Nacht niemand den Wind wenigstens mal kurz abstellte, empfand ich persönlich ein wenig störend.




Unser Plan für Montag, der übrigens mit reichlich Bewölkung, lässigen 16 Grad und Regen aufwartete, lautete, die Strecke bis zu dem von mir nach reichlich Recherchen auserkorenen Grenzübergang bei Eda Glasbrug zu fahren, auf dem dortigen Stellplatz zu übernachten und am folgenden Morgen dann weiter bis Oslo zu cruisen, und nachmittags mit allem dort mal zu beginnen.
Unterwegs mussten wir noch einige Kleinigkeiten fürs Abendessen einkaufen und wir benötigten ein paar kleine Schrauben. Also ab in den auch dort scheinbar gängigen Baumarkt „Bauhaus“. Freundlich, die Dame, die ich nach den Dingern fragte, sie führte uns direkt hin. Man muss nach Gewicht bezahlen, erklärte sie mir, und als sie etwas von "one  Euro thirty" murmelte, sagte ich zum Spaß, „ui, expensive“. Darauf suchte sie offenbar nach einer Begründung und schließlich meinte sie in englisch und dann deutsch: „Okay, but it’s … äh… rostfrei!“

Natürlich hatte es – rein zollrechtliche – Gründe, dass dieser Übergang ausgesucht wurde; nämlich vor allem den der personellen Unbesetztheit. Und ein Kennzeichenerfassungsgerät guckt dir ja nicht in den mobilen Weinkeller…
Nun standen wir also 200 Meter vor der Grenze auf schwedischer Seite und der Waldläufer brauchte dringend Bewegung. Ich ließ ihn also raus und keine fünf Minuten später spielt sie doch glatt Hiob und erzählt von Personal an der Grenze und Kontrollvorgängen.
Was ein glücklicher Umstand, dass sie später auch sah, wie dort Feierabend gemacht wurde und natürlich entschlossen wir uns, vielleicht – es ist ja ewig lange hell – doch nochmal ein Stück weit zu fahren…
Und prompt fand sich unterwegs aber grade mal überhaupt nichts mehr, was uns geeignet schien für die Nacht, so dass wir letztlich doch in Oslo ankamen. Dafür aber gleich an einem besonderen Ort, denn wir stellten uns auf einen eben noch freien Platz direkt unter der berühmten Skischanze.


Regen während einer ruhigen Nacht, bewölkte 17 Grad morgens – die meisten anderen WoMo- Reisenden hier befinden sich im „Sommerurlaub“…
Für ein paar Stunden wanderten wir dann um und im Gelände der „Holmenkollen“- Skiarena umher und ließen uns durchaus beeindrucken. 





Zuerst wollte ich (wenn man schon mal da ist) auch springen, aber die faselten irgend etwas von „Lizenz“, und nach meiner (aus meiner Sicht sehr perfekten) Demo noch was von „fehlender Sprungkraft“ und „Haltungsmängel“. Laien!



Nun, da ich also auch mal da oben gestanden habe, ist eines ganz sicher: nie wieder werde ich bei der Übertragung eines Skispringens, wenn irgend ein Teilnehmer meinetwegen auch 30 Meter kürzer springt als der Weiteste, nie wieder werde ich auch nur denken, geschweige sagen: „Oh, wie schlecht!“ Ich hab da nur geguckt, ohne Skier, aber die meiste Konzentration wurde mir dafür abverlangt, nicht in die Hose zu machen…

Und dass wir uns im Land der Trolle, und somit der Märchen, befinden, das durften wir auch bereits am ersten richtigen Norwegen- Tag sehen.
 

Die kommenden Tage werden wir hier stehen bleiben, wohl immer per Straßenbahn/ U- Bahn in die City fahren und uns in aller Ruhe ansehen, was die Stadt alles zu bieten hat.
Irgendwann danach melden wir uns unter diesem link in Schrift und Bild wieder. Bis dahin allen alles Gute und erträgliche Temperaturen.
Liebe Grüße,

Wuschel „Waldschrat“ und Tommy „Ichspringdanichtrunter“

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