Der „Eggumer Kopf“, superschönes Haukland und das Muss in Reine
Die Nacht nahe des
Wikingermuseums in Borg (oder Borge, das steht mal so, mal so…) verbrachten wir
auf dem recht großen Stellplatz mit nur sehr wenigen anderen Wohnmobilisten.
Wir freuten uns auf den
nächsten, ja wohl ersten richtig sonnigen Tag einer längeren Serie. Aber wir
wurden enttäuscht, der Nebel und die Wolken hingen tief, keine Sicht, ziemlich
kalt, und im Verlauf des Tages wurde es eher kontinuierlich schlechter denn
besser… Wir entschieden, zwangsläufig und weil wir es uns zeitlich halt auch
leisten können, den Tag als „Zwischentag“ zu betrachten und nochmals eine Nacht
zu bleiben und zu hoffen.
Es half! Pure Sonne und
blauer Himmel schon morgens! Das Thermometer sollte bis auf 23 Grad klettern
und nach dem Frühstück machten wir uns sofort auf in Richtung und bis Eggum,
erneut ein winziges Örtchen, von wo aus es nur über Wasser weiter geht, das
aber einen interessanten Wanderweg aufweist, und zudem (eben auf dieser
Wanderstrecke gelegen) eines der immer mal wieder im Land stehenden Kunstwerke,
nämlich den von einem Künstler aus der Schweiz modellierten „Kopf“, der mal
gerade steht und mal auf dem Kopf, je nachdem, von welcher Seite man guckt.
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| Küstenwanderung Eggum |
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| Pigs on the wing... |
Außerdem gibt es die Überreste einer alten Burg, die seinerzeit von den Nazis für eine Radarstation missbraucht wurde und noch einige verrostete Zeugnisse beinhaltet.
Der Weg als solcher war
ganz brauchbar, natürlich ein Stück über Stock und Fels, aber insgesamt gut und
mit – bei diesem Wetter ohnehin – phantastischen Fotomotiven immer wieder.
Wir blieben aber nicht in
Eggum, denn es war zu früh, um abzustellen. Einkaufen war notwendig, und die
nächste etwas „größere“ Ortschaft, Leknes, lag auf der Strecke.
Dort fanden wir einen
wunderbar sortierten Supermarkt (übrigens, wer mag, so ein Fläschchen Paulaner
Weißbier ist oft schon zu 5,74 Euro zu haben…) und natürlich lag nachher wieder
mal ungefähr fünfmal soviel Zeug im Einkaufswagen wie auf dem Zettel stand!
By the way: so wie zuhause
quillt die Gefriertruhe auch hier ständig über! Langsam glaube ich, dass das
womöglich an mir liegt…
Dann fuhren wir nach
Haukland und Utakleiv. Dort sollte es am nächsten Tag eine Wanderung geben und wir wussten auch schon, wo wir für
die Nacht abstellen wollten. Okay, das wussten etwa 700 andere auch! Geradezu
geschockt stellten wir fest, dass keine (aber echt null!) einzige winzige
Notlücke für das WoMo auch nur erkennbar war, geschweige frei! Nun, Wochenende
(Samstag), Topwetter (23 Grad) und ein für norwegische Verhältnisse riesiger
weißer Sandstrand! Bloß hatten wir daran gar nicht gedacht, denn seither sagten
wir uns trotz den zahlreichen Hinweisen auf „viel Tourismus auf den Lofoten“
schon einige Male, dass es an sich gar nicht schlimm ist. Okay, da war es
schlimm! Es hätte uns sowieso nicht gefallen, also fuhren wir ein Stück abseits
und nach vielleicht vier Kilometern stellten wir uns auf einer kleinen Anhöhe
mit superschöner Sicht für die Nacht ab.
Die Spaghetti mit Spinat
und Knoblauchprawns satt rundeten den sonnigen Tag sehr gut ab!
Am Morgen war es immer
noch oder schon wieder recht voll dort, aber wir wollten ja nur parken. Und das
klappte sofort.
Dafür geschah folgendes:
im Kühlschrank lagerte in einer Tupperschüssel
der Rest des Abendessens, welches mein Mittagsmahl darstellte nach der
Wanderung. Die (vermutlich vor lauter Vorfreude schon etwas aufgeregte)
Wandersfrau öffnete den Kühlschrank so zügig, dass mein Mittagessen teilweise
den WoMo- Fußboden und ihre Socken verzierte. Ist übrigens auch relativ ätzend
aufzuwischen…
Die Wanderung um den Berg
„Veggen“ führte uns zuerst an der Atlantikküste entlang. Und es gab highlights,
zusätzlich zu den wunderbaren Ausblicken wie zum Beispiel auf die Insel „Taa“.
Nämlich zuerst ein Seeadlerpaar, das wir auch zu fotografieren versuchten.
Dann eine unter einem mächtigen Felsen gebaute Picknickstelle einschließlich Grill, die aber bereits von einer Gruppe Schafe belegt war.
Und den Ort Utakleiv, der wirklich idyllisch liegt und ob seines Sandstrandes beliebt ist. Über einen Pass wanderten wir danach weiter und erreichten nach zweieinhalb Stunden das WoMo wieder. Zum Reste- Resteessen…
Nämlich zuerst ein Seeadlerpaar, das wir auch zu fotografieren versuchten.
Dann eine unter einem mächtigen Felsen gebaute Picknickstelle einschließlich Grill, die aber bereits von einer Gruppe Schafe belegt war.
Und den Ort Utakleiv, der wirklich idyllisch liegt und ob seines Sandstrandes beliebt ist. Über einen Pass wanderten wir danach weiter und erreichten nach zweieinhalb Stunden das WoMo wieder. Zum Reste- Resteessen…
Wir fuhren nach Napp. Das
war keine 20 Kilometer entfernt. Einen Platz fanden wir in der Nähe des kleinen
Hafens. Während ich ein bissi angelte, erforschte Frau Müller den Ort – der
übrigens keinen einzigen Einkaufsladen vorweisen kann… Aber ich fing auch nicht
besonders viel…
Für den kommenden Tag
stand völlig überraschend eine Wanderung an.
Aus präventiven Gründen
ließ ich die Waldläuferin nach dem Frühstück alleine auf Tour marschieren. Ich
wollte nochmal ein wenig angeln und wir machten ab, dass ich sie nach etwa
viereinhalb Stunden wieder aufnehme.
Zuerst wurde klar, dass
ich an diesem Vormittag nur würde Würmer baden, in dem Falle Krabben. Kein (!)
einziger Biss, und ich konnte es nicht erklären.
Dann meldete sich das
Wuschele und kündigte ihre baldige Rückkehr an! Der Weg war ohne hohes Risiko
nicht passierbar, und schließlich siegte die Vernunft und sie drehte um.
Wir verließen Napp und
machten einen Abstecher nach Vikten, was uns der auf den Västeralen Geborene am
Svatissen- Gletscher empfohlen hatte. Immerhin konnten wir live einem
Glasbläser bei der Arbeit zuschauen, seine Produkte sind – da in Norwegen –
ziemlich teuer. Das ehemalige Fischerdorf selbst liegt schmuck auf einem recht
schmalen Streifen Sand, dahinter erheben sich mächtige Bergwände.
Auch ein Tipp war das alte
Fischerdorf Nusfjord. Wir fuhren auf malerischer Strecke dorthin, es ist
natürlich eine Sackgasse, fanden mit Mühe einen halbregulären Parkplatz und –
mussten am Ortsbeginn als Fußgänger Eintritt bezahlen. Es sei wie ein Museum,
man könne fast in jedes Haus hinein. Ah ja, das heißt im Umkehrschluss, dass
dort niemand mehr wohnt und es an sich bloß noch für Touristen steht. Ein paar
schmucke Fotos gab es natürlich.
Aber letztlich waren wir
enttäuscht, denn irgendetwas Außergewöhnliches sahen wir dort nicht.
Wir wissen durchaus, dass
wir inzwischen ein bisschen schwierig zu beeindrucken sind, aber für
Durchschnitt (für das Land Norwegen) braucht es eigentlich kein Eintrittsgeld.
Unser Tipp für spätere Besucher: lasst Nusfjord einfach aus!
Ab da suchten wir einen
Stellplatz für die Nacht und landeten nach dem Besuch einer Kirche, deren Zwiebelturm lockte; so gestaltet, weil sie zum großen Teil aus Schiffsplanken von gestrandeten russischen Schiffen gebaut wurde, und mehreren weiteren Zwischen- Fotostopps (Kunst
am Rande, der schmucke Hafen von Hamnoy) tatsächlich schon in Reine.
Oh oh, viel los dort,
richtig viel. Aber klar, hier kann man auf den fast 450 Meter hohen „Reinebringen“
aufsteigen, was tolle Aussichten verspricht. Und das funktioniert erst seit
zwei Wochen wieder, davor war drei Jahre lang wegen Absturzgefahr gesperrt.
Nepalesische Sherpas bauten 1560 ungleich hohe Felsstufen in den Berg, für uns war
das selbstverständlich Pflicht.
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| Ganz schön schön da, in Reine - und Wetterglück! |
Und prompt rief die
Pflicht am kommenden Morgen, der sich von seiner beeindruckend schönsten
Sonnenseite zeigte. Ich argumentierte noch, dass es oft auf die Qualität geht –
gerade bei Baumaßnahmen – wenn zu schnell gearbeitet wird und dass man sich
besser noch ein Jahr oder wenigstens ein halbes Zeit gelassen hätte, aber ich
argumentierte ins Leere…
Eine halbe Stunde
benötigten wir bis zum Einstieg, und dann folgte wirklich Stufe auf Stufe.
Schön gemacht, klar. 1560 Stufen sind es, dann befindet man sich etwa 70 bis 80
Meter unterhalb des Gipfels, ab dort besteht der Aufstieg aus „Naturstufen“,
mächtig steil und immer für einen hübschen Ausrutscher gut. So war das
wahrscheinlich komplett von unten, bevor gesperrt wurde…
Ich ging voraus und hielt
einigermaßen regelmäßig an, um etwas auszuruhen. Nicht meinetwegen natürlich, sondern
weil die beste Ehefrau von allen eben nicht ganz so austrainiert ist wie ich
und auch etwas mehr Gewicht dort hinauf zu schleppen hat. Gelernt ist gelernt: selbstverständlich
schnaufte ich bei den Pausen auch mächtig, und das Wuschele glaubte sogar, dass
ich außer Atem war – und nahm die Pause dann dankbar an.
Eine Stunde, sagen sie,
wenn man am Stück (!!!) hinauf geht (wer bitte?), dauert es. Wir brauchten 1
Stunde 15 Minuten.
Dass es sich lohnte,
belegen eindrucksvoll die Fotos, klar. Die Aussicht ist schlicht phantastisch,
und wir hatten auch irrsinnig Glück mit dem Wetter! Und logisch, weil mein Foto
halt tolle Bilder macht, bleibt auch etwas zum Vorzeigen übrig.
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| Ausblick nach der Schinderei vom 448 m hohen "Reinebringen" - dass sich das bei so einem Wetter natürlich lohnt, steht außer Frage |
Wer sowas kennt, der weiß,
dass der Abstieg meist beschwerlicher wird, und in der Tat, bei quasi jedem
Schritt wurde klarer, dass in den kommenden Tagen jedwede Bewegung eine Qual
werden wird!
Als wir unten waren und
ein wenig ausruhten, und die beobachteten, die jetzt den Aufstieg begannen,
sprach uns ein deutsches Paar an; letzten Endes drehten sie um, morgen
vielleicht… Später trafen wir sie nochmal, da hatten sie bereits entschieden,
den Aufstieg auszulassen.
Abends wurde im fahrenden
Hochhaus Fisch (selbst gefangener und ein gekauftes Filetstück dazu) serviert,
mit Bratkartoffeln und gemischtem Salat.
Sehr alt wurde eines der
Gruppenmitglieder an diesem Abend nicht, und nachdem wir überlegt hatten, wo
wir Gas tanken (die große Flasche ging am Montagabend leer) und was noch
anliegt auf den Lofoten, wurde es zügig "Nacht" im Alkoven…
Was wir vielleicht doch
noch erleben auf der Insel, wie die Überfahrt wird und wie es auf dem Festland
in Richtung Süden für uns weiter geht, das berichten wir unter diesem link bei
nächster Gelegenheit.
Bis dahin wünschen wir allen
eine angenehme Zeit und denen, die Ferien oder Urlaub machen, herrliche Tage.
Liebe
Grüße von
Wuschele Spinatschleuder & Tommy Fakepausenmacher






































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