Ein Zufallstreffen, Steinfiguren, ein Lappen- Witz und Petri Pech!
Hallo an alle aus
Norwegen! Wir sinds, und wir schreiben, bevor die Finger selbst dazu zu klamm werden...
Unser zweiter Kompletttag
in Oslo begann mit Regen bei Tagesanbruch. Aber es wurde bald besser, wenn es
sich auch nicht hochsommerlich entwickelte. Unser Plan war, ein Tagesticket für die Öffentlichen zu besorgen
und dann zunächst zur Museumsinsel Bygdö und später in die City zu fahren. Auf
dieser Museumsinsel findet man eine Unzahl an Museen, alle haben entweder mit
den schwedischen Entdeckern oder Expeditionsleitern zu tun, oder eben mit den
Wikingern. Jedenfalls kann man eine Menge alter und uralter Schiffe, viele im
Original, sehen. Dass dort natürlich die Hölle überall los ist und dass ein
hoher Prozentsatz der Besucher aus dem asiatischen Bereich stammt, braucht
keine Erwähnung.
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| Auf der Museumsinsel |
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| Während die Herren einst u. a. Wege zum Nordpol entdeckten, entdeckte die Dame ihren Appetit... |
Auch die
Innenstadt, wo wir einerseits nur herum schlenderten, andererseits am Hafen
aber auch einen längeren Aufenthalt in der alten Festung hatten, war relativ
voll mit Touristen. Kein Wunder, am Pier lag das größte Kreuzfahrtschiff, das
ich selbst je live gesehen habe. Sicher 4000 Passagiere…
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| Hier wird der in Oslo vergebene Nobelpreis verliehen |
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| Auf der Festung |
Aber
insgesamt würden wir die Stadt als lässig- ruhig bezeichnen, es gibt wenige offensichtliche
highlights, alles verläuft total entspannt und locker. Davon abgesehen kann man
wohnen wo man will in Oslo, man wohnt irgendwie immer im Grünen.
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| Oslo City, unten: die Oper |
Den
Abschluss für uns bildete der Besuch des Schlosses, bevor wir noch einige
Lebensmittel einkauften. Nun, das war natürlich interessant. 1 Euro für einen
kleinen Blumenkohl, 4 Euro ein Brot, 6,50 Euro ein wenig Rinder- Entrecote (stand
drauf, ich glaubs aber nicht…), 10 Euro ein stinknormaler Hamburger, 19 Euro
ein Kilo Erdbeeren (die sind hier gerade reif). Gut, dass wir keine Hamburger
essen!
Der
Hammer des Tages folgte lange nach dem Abendessen auf dem Stellplatz am
Holmenkollen: ich latsche noch ein wenig über den Platz und plötzlich ruft
einer „Tommy“; das war wirklich eine helle Freude, den ehemaligen SE- Kollegen
Axel zu treffen, der derzeit mir Freundin Susanne von der Norwegenreise zurück
fährt und sein Auto genau auf diesem Stellplatz parkte…
Es
erübrigt sich zu betonen, dass wir bei einem oder auch mehreren Gläschen Wein
den Abend verlängert und uns sehr viel zu erzählen gehabt haben. Was ein toller
Zufall!
Für den
Vormittag am Donnerstag nahmen wir uns den von allen empfohlenen Vigelandpark
mit seinen rund 200 Figuren vor. Leider regnete es, als wir aufbrachen. Aber
zum Glück wurde das Wetter nach und nach besser, so dass wir sogar ein paar schöne
Fotos von dort mitbrachten.
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| Im "Vigeland"- Park, wo es mehr als 200 Figuren gibt |
Grob um
die Mittagszeit machten wir uns aber auf und verließen Oslo in Richtung Norden.
Bei
dieser Gelegenheit sei etwas wirklich positives erwähnt: egal, wo man hier
fährt, falls eine Radarkontrolle kommt oder eine Streckenmessung (gibt es hier
sehr oft!), dann wird das deutlich und rechtzeitig angekündigt. Da könnten sich
die Wegelagerer manch deutscher Kommune durchaus etwas abgucken!
Der
Reiseführer der Gruppe berichtete, dass es in Lillehammer nicht wirklich viel
zu sehen gäbe als noch eine Skischanze. Aber das hatten wir ja gerade, also
ließen wir das aus. Davon abgesehen luden 13 bis neun Grad und immer wieder
Regen sowie einmal ein kleiner Hagelschauer nicht wirklich dazu ein, irgendwo
herum zu spazieren. Glück hatten wir aber in Ringebu, wo wir die dortige
Stabkirche besichtigen wollten; während unseres Aufenthalts schien kurz mal die
Sonne.
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| Die Stabkirche von Ringebu |
Der
angefahrene Stellplatz war leer – und abgesperrt! Also mussten wir notgedrungen
nach einem Tankstopp nochmal weiter fahren, und die nächste Gelegenheit ergab
sich tatsächlich (ausgerechnet bei den ohnehin zu tiefen Temperaturen) erst auf
einer Höhe von 1360 Metern im Dovrefjell- Nationalpark, beim größten
norwegischen Alpin- Skigebiet. Fünf Grad
bei Ankunft, dankeschön!
Da half
auch die Info nichts, dass es hier oben die einzige frei lebende Herde
Moschusochsen Europas gibt.
Natürlich
blieb es nicht so heiß über Nacht, bis zwei Grad sank das Thermometer, dafür
lag am Morgen frischer Schnee auf den höheren Erhebungen rings herum…
Wir
machten uns auf den Weg in Richtung Trondheim, und es gab unterwegs ein
„Lappen“- Lager, auf welches ich mich (wegen den Rentieren) sehr freute. Okay,
das Lager zeigte sich mit einer Hütte und drei kleinen Zelten als nicht so
riesig, aber egal, ich suchte ja gleich nach den Rentieren. Und zack, da sah
ich gleich alle beide! Allerdings stellte sich schnell heraus, dass beide
Exemplare ausgestopft waren… Wir blieben nicht lange.
Der
Waldläufer der Gruppe freute sich auf eine beschriebene sechs Kilometer lange
Wanderung, die grob parallel zur Route verläuft, und ich hatte mich schon
bereit erklärt, allein zum Endpunkt zu fahren und zu warten. Allerdings wurde
auch sie enttäuscht, denn erstens gabs das angepriesene Schild zu Beginn
nirgendwo und zweitens hätte die Tour aufgrund der extremen Steigungen eher
fünf denn eineinhalb Stunden gedauert…
Dafür
erhaschten wir einen Blick auf den etwas vereinsamt dort stehenden Bahnhof von
Drivstua mit seinem „Wiesendach“, und die kurze Wanderung zum „Magalaupet“, wo
das Wildwasser des Flusses Driva tobt, gefiel uns trotz der Bewölkung, die
längst wieder vorherrschte. Okay, dafür schon sieben Grad!
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| Im leider ziemlich kalten "Dovrefjell"- Nationalpark |
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| Am "Magalaupet" |
Wir
ließen Trondheim aus, denn das liegt auf dem Rückweg. Außerdem nehmen die
Norweger sehr gerne gar nicht so geringe Mautgebühren für jeden Anlass, zum
Beispiel einen Tunnel oder für mehrere Fahrspuren – das muss nicht sein, wenn‘s
nicht sein muss! Die Umfahrung war sehr interessant, durch herrliche Natur,
jedenfalls soweit wir wegen den tief hängenden Wolken sehen konnten. Dass
zwischendrin einmal 20 Kilometer unbefestigt waren, geschenkt, dass uns die
Schafe den Weg versperrten, egal, dass es regnete und dass wir am Ende zu
allererst in eine Waschanlage mussten, super Erlebnis!
In Hell,
einem eher winzigen Ort, besuchten wir mitten im Wald gelegen 5000 Jahre alte
Steinzeichnungen; naja, wenn man unbeschlagen ist in Sachen Archäologie, so wie
wir, vielleicht eher ein „Fels- Gekritzel“… aber immerhin, die Experten fanden
zwei große und elf kleine Rentiere.
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| Felszeichnungen bei Hell: 13 Rentiere |
Viel
weiter fuhren wir nicht mehr. Einkaufen fürs Wochenende und ans Meer in Stjordal,
wo es einen Stellplatz gibt. Da war noch frei und da die Uhr auch erst vor 16
Uhr zeigte, beschloss ich, Vaters Angelzeug erstmals einzusetzen. Und weil ich
schließlich ein Welt erfahrener und sehr versierter Angler bin, nahm ich
Krabben als Köder (hat schließlich schon in Australien geklappt!). Kalt und ein
bisschen windig war es, dafür lohnte es nicht, außer ich hätte irgend etwas mit
Seetang gekocht… Schade um die Krabben! War aber auch wirklich deutlich wärmer
in Australien…
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| Kein Petri- Glück in Stjordal. NOCH nicht! |
Das
liebe Wuschele machte derweil eine kleine shopping- Tour in Stjordal; viel
günstiger seien die Klamotten da als zuhause; und sie hätte sowieso die
falschen Sachen mit bei dieser Kälte, und…
Am
heutigen Samstag schliefen wir – obwohl deutlich vor unserer Durchschnittszeit
zu Bett gegangen – bis halb zehn! Draußen waren die meisten Mitbenutzer des
Stellplatzes bereits startklar, als wir mal aus den Federn kamen. Dafür fuhren
wir nicht allzu weit! Im Bereich von Steinkjier entschlossen wir uns, nach
Westen abzubiegen. Bereits in Namsos (das klingt nur griechisch!) hielten wir
mal Ausschau nach einer Angelstelle; weiter nördlich sind wir dann nämlich erst
einmal weg vom Meer. Wir fanden eine, und während eine von uns umgehend in die
City marschierte, angelte der andere ein Weilchen. Nur ungünstiger Wind und der
Fluch einer Hexe, die zufällig vorbei kam und mich nicht leiden konnte,
verhinderten einen großen Fang; so ging ich abermals leer aus… Dafür kehrte
jemand anders mit einer hübschen Tüte aus der Stadt zurück…
Wir
schlafen auch in Namsos. Morgen ist eine Wanderung über die hiesigen Berge
geplant; entweder wir gehen beide, also sofern es nicht regnet wie verrückt,
oder die Waldmeisterin geht alleine und ich versuche am Pier, den Rückstand
gegen die Flossenträger aufzuholen. Wir werden in jedem Falle berichten.
Bis
dahin schicken Euch viele Grüße
Die
Eiskugel Wuschel und Tommy der Eiswürfel

































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