Einige Enden der Welt, Beiß- Alarm in Myre, unvergoldete Zucchini und die Perle Langoya
Nach Sto führt nur eine
Straße vom Ort Myre aus, aber da hört es dann tatsächlich auf. Wir wollten uns
dort bewusst nur ein wenig umschauen und dann zurück nach Myre.
Erstmals seit wir in
Norwegen sind betraten wir einen Campingplatz. Und einzige Gründe dafür waren
die Akkus von Rasierer und Kamera, die nach 240 V- Anschluss ächzten und der
prall gefüllte Wäschesack, der nach Waschmaschine und Trockner schrie.
Dafür liegt der Campground
in Myre (natürlich) direkt am Wasser und ist top gepflegt. Übermäßig viel los
war nicht, also alles gut.
Das Wetter, über das wir
nicht mehr sprechen wollten, wusste zu dem Zeitpunkt noch immer nicht, dass eigentlich Sommer ist!
Wir freuen uns schon, wenn ab und an mal Sonne ist, und über 14 Grad beschweren
wir uns nicht, sondern nehmen die shorts in die Tagesauswahl…
Morgens fuhren wir nach
Nyksund, dem nächsten „Ende der Welt“. Völlig überraschend war die Straße
dorthin gemäht (nicht geteert natürlich) und die Masten für Strom (später mal,
denke ich) stehen bereits…
Dort wurde eine tolle
Wanderung angepriesen, welcher ein Gruppenmitglied nicht widerstehen konnte.
Schlappe fünfeinhalb Stunden und grade mal 1100 Höhenmeter, viel Geröll und
„Alpinerfahrung“, also durchaus viel versprechend und mit tollen Aussichten.
Ich hatte unglücklicherweise einen bösen Traum, nämlich dass sich jemand am
WoMo zu schaffen macht, und so musste ich der Wandertour leider fern bleiben
und bewachte stattdessen das WoMo.
Nun, der Waldläufer ging
natürlich auch alleine los und ich holte sie dann ziemlich geplättet später
wieder ab.
Schmucke Fotos – das muss
man sagen – brachte sie aber mit von hoch über Nyksund und Sto.
Ich sah mir derweil das
Nest Nyksund an. Dieses wurde vor vielen Jahren komplett verlassen (volles
Verständnis!), aber vor rund zehn Jahren begann ein Nostalgiker, wieder dort zu
wohnen, und es folgten einige. Inzwischen gibt es sogar eine Kneipe und der
Hafen ist wieder halbwegs intakt. Aber es ist tatsächlich das Ende der Welt!
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| Nyksund |
Leider war es mir nicht
möglich (Felsen und Ebbe), eine Angelstelle zu finden, so arbeitete ich einfach
mal ein paar Stunden, ich hab ja genug dabei; und genug zu tun auch.
Müde und dringend einer
Dusche bedürfend fuhren die Wanderlust und ich wieder zurück nach Myre. Wir
wollten diesmal am Hafen übernachten und ich vielleicht noch ein wenig fischen.
Daraus wurde aber nichts, wir stellten uns, kochten, ließen uns das Schwäbische
RibEye aus der Wok sehr gut schmecken und gingen relativ früh zu Bett.
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| Am Yachthafen in Myre |
Aber am Mittwochmorgen
packte ich dann doch das Angelzeug aus, wenngleich wir für eine geeignete
Stelle auf die andere Hafenseite fahren mussten.
Während Miss Latsch also
schon wieder am Rennen war (diesmal durch den Ort Myre), fing ich Fisch um
Fisch, Dorsche und Seelachse. Keine Riesen, klar, aber wie wohlschmeckend, das
ahnte/ wusste ich ja und am Abend folgte dann auch der Beleg dafür. Als das
Wuschele zurück kam, überließ ich ihr auch mal das Gewehr, und tatsächlich fing
sie den ersten Fisch ihres Lebens. Okay, töten und ausnehmen ist nicht das
ihre, aber seit Ende Juni hat sie dafür ja auch Personal…
Gegen Mittag packte ich
zusammen und wir kauften im hiesigen Markt ein. Es ist schon immer wieder
imposant zu sehen, was du für 100 Euro alles nicht im Einkaufswagen hast. Man
kriegt das kaum weg, den Vergleich mit daheim, wo ja alles unverschämt
preiswert ist. Diesmal das Preishighlight: zwei mittelgroße und nicht
vergoldete Zucchini zu 7,90 Euro.
Das Wetter änderte sich
zum Besseren, es wurde spürbar wärmer und die Sonne zeigte sich häufiger. Wir
machten uns auf den Weg Richtung Nykvag und Hövden, und auch dort sagen sie
nicht zu Unrecht, es sei das Ende der Welt. Zwischendurch erklommen wir kurz
eine Anhöhe, der Aussicht wegen, und es lohnte. Dabei bewegten wir uns auf
außergewöhnlichem Grund, denn das Gestein genau hier ist das älteste sichtbare,
das Norwegen zu bieten hat (2,7 Mrd Jahre alt). Für die ganz Genauen: es ist
Gneis.
Nun, Nykvag
ist nicht groß, also eher winzig, aber mit kleinem, schnuckligen Hafen, Hövden
dürfte nicht ganz so groß sein… Dafür fanden wir einen Stellplatz von enormem
Ausmaß, auf den sich außer uns niemand gesellte. Klar, eine unfassbar ruhige
Nacht folgte. Das Dorf lebt jedoch von der Fischindustrie. Riesige Holzgestelle
mit Netzen und Vogelscheuchen, wo sie die gefangenen Dorsche zum Trocknen
aufhängen. Hier ist eines der Herzen der Stockfisch- Industrie in Norwegen. Wir
hatten am Morgen bei einem Spaziergang das Glück, mal kurz in eine Lagerhalle
zu dürfen und fotografieren zu können. Beeindruckend, aber der ziemlich
intensive Geruch wird wohl am meisten in Erinnerung bleiben…
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| Hövden und Nykvag - einfach herrlich |
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| Der Stockfisch (in der Regel Kabeljau) regiert |
Einem
Möwenangriff sahen wir uns dann ausgesetzt, denn ein verlaufenes Küken kreuzte
unseren Weg. Echt ein mächtiges Theater und eine Menge Scheinangriffe, die die
Alten flogen. Anstatt auf ihre Göre aufzupassen!
Und
endlich auch mal ein Friedhof, auf dem man begraben sein will! Sicht aufs Meer,
ruhig, schön. In Hövden halt.
Überhaupt wurden wir an diesem Tag beinahe erschlagen
von der Schönheit des Landes.
Nächster
Punkt für uns war Straume, wo wir eine Küstenwanderung unternahmen. Sehr schön,
und Hammer Fotomotive! Ziel waren zwei „Leuchtfeuer“ oder Leuchttürme. Okay, nicht
die „Feuer von Gondor“, aber zwei schmuck in den Felsen gelegene
Leuchttürmchen.
Das war
ein wahrhaft gelungener Abschied von der Perle „Langoya“.
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| Küstenwanderung bei Straume |
Eigentlich
wollten wir an dieser Stelle mal ein paar allgemeine Dinge erzählen. Zum
Beispiel, dass die Norweger durchweg nett sind; das stimmt jedoch nicht mehr
ganz, denn gerade am Donnerstag fuhren wir auf einen Stellplatz (unser Buch
meinte „schön am Wasser, angeln möglich, kein Service, keine Kosten“), da kommt
ein Eingeborener, sofort vollkommen cholerisch und will Geld von mir. Und ich
hätte fragen müssen (wir hatten eben den Motor abgestellt…) and so on… Naja,
wir fuhren einfach wieder weg, und andererseits, wenn es sein Privatplatz ist
und er den „Ärger“ jeden Tag hat (wobei die Leute das ja nicht wissen), dann
verstehen wir das auch. Egal.
Sehr
interessant und durchgängig ist, dass sich – wenn es immer machbar ist – auf
allen Dächern eine Wiese befindet! Überhaupt, nirgendwo
habe ich dermaßen viele Natur belassene Blumenwiesen gesehen wie hier. Wo immer
ein wenig Platz ist! Das machen sie gut.
Wir
landeten schließlich nochmal in Sortland, wo wir uns ja schon auskannten. Ein
wenig angelte ich noch (halbes Abendessen…), danach wurde es eine ruhige Nacht.
Die letzte oder vorletzte auf den Västeralen.
Es
sollte unsere letzte Nacht auf den Västeralen sein, denn wir durchpflügten die
letzte der Inseln, „Hadseloya“. Die ist wirklich klein, und am interessantesten
erschien der Reiseleitung völlig überraschend ein Aufstieg mit tollen
Aussichten. Okay, 22 Grad und Sonne pur, da machte das Sinn. Ansonsten jagte
ein Fotostopp den nächsten und wieder mal dachte ich, wie toll es ist, dass
mein Foto so gute Bilder macht.
Der
Aufstieg ließ uns zwei aus dem Bereich Freudenstadt treffen und anschließend
noch eine Seeumrundung durchwandern, wobei wir dabei neben den Ausblicken nur
noch ein paar „Bergschafe“ zu sehen bekamen.
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| Auf "Hadseloya" |
Als wir
in den Bereich von Melbu kamen, von wo aus die Fähre geht, war es noch zu früh,
um uns für die Nacht aufzustellen. Also nahmen wir die bereits wartende Fähre,
zahlten für die im Vergleich zur letzten nur ein Drittel so lange Strecke ein
Drittel mehr als zuletzt und setzten über auf die Lofoten.
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| Überfahrt und Ankunft auf den Lofoten |
In
Fiskebö sind wir gut angekommen. Wie es uns dort ergehen wird und was passiert,
das erzählen wir unter diesem link in unregelmäßigen Abständen.
Bis
dahin wünschen wir den Kranken, dass es schnell aufwärts geht und den Gesunden,
dass alles so bleibt.
Herzliche
Grüße von
Marion
Latsch & Tommy Fang
































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