Wetterumschwung, der „Svartisen“, am Polarkreis und echte Helden


Hallihallo von den Västeralen!

Wie clever, das Wanderwunder alleine auf die (auch wirklich stressige) Bergtour zu schicken am Sonntag, und gleichzeitig am inzwischen selig gesprochenen Pier der Stadt Namsos zu angeln. Zwei, wenn auch nicht riesige Dorsche und eine Makrele landeten schließlich im WoMo- Kühlschrank und sollten abends Hauptbestandteil eines wohlschmeckenden Mahles werden!
Die Müllerin wanderte unterdessen die vierstündige Tour zum Hausberg der Stadt auf beinahe 500 Meter hinauf, und auf  anderer Strecke zurück. Ich holte sie ab. Beide berichteten wir über tolle Aussicht – auch weil viel besseres Wetter herrschte als vorher gesagt – und tolle Fänge.

Hoch über Namsos


Catch of the day

Dann kehrten wir Namsos den Rücken und machten uns auf in Richtung Norden. Bis zu dem winzigen Ort Brenna an der E 6 fuhren wir und übernachteten auf einem WoMo- Stellplatz. Irgendwie wurde es tatsächlich etwas milder, wenngleich Sommer noch stark übertrieben wäre.
Da wir bereits vorab erkennen konnten, dass es erstens reichlich Maut- Stellen auf den kommenden 100 Kilometern geben würde und der Reiseführer der Gruppe zweitens eine nicht längere Umfahrung auskundschaftete, nahmen wir am Montagmorgen eben diese. Und das war eine sehr gute Entscheidung, denn auch wenn die E 6 durchaus landschaftlich schmucke Gegenden durchschneidet, auf dieser Nebenstrecke war kaum etwas los und ein „Guck doch mal“- highlight jagte das nächste. Einzig die Straßen wurden schmäler; aber nicht problematisch schmal.

Wunderschöne Alternativriute zur E 6



Mo i Rana (weiß der Teufel, wie sie auf diesen Namen kamen!) war ein brauchbares Etappenziel. Wir kamen dort relativ früh an, ver- und entsorgten, kauften für die nächsten Tage ein und suchten einen Platz für die Nacht, was nicht sofort gelang. Aber während ich ein wenig am Hafen angelte (ohne Erfolg, was wohl an der Ebbe und an der Uhrzeit lag), drehte Miss Latsch schon wieder ihre Runden durch die Stadt. Und fand praktischer Weise einen Stellplatz gar nicht weit.
Die Tagesnachricht war jedoch: Kaum Wolken, blauer Himmel, Sonne, und ein Thermometer, welches bis 21 Grad im Schatten kletterte. Und dies sollte bis zum Abend so bleiben.

Historischer Stadtteil in Mo i Rana



Apropos: was heißt schon Abend? Die Sonne geht ja kaum unter, es ist so zwischen halb zwei und drei Uhr nachts ein wenig dämmrig, sonst eben hell. Nordland eben. Aber es ist ja sowieso vieles anders hier: die Heidelbeeren tragen noch keine Früchte und wir fragen uns, wie schnell die reif werden, denn im Oktober kann es ja schon wieder schneien… Der Flieder übrigens steht gerade in voller Blüte…
Wir planten noch ein wenig für die kommenden Tage, danach begaben wir uns einigermaßen zeitig zu Bett, was vor allem dem Programm für Dienstag geschuldet war.

Der besagte Dienstag begann mit echtem „Hardcore- Caravaning“: denn um 5.55 Uhr standen wir (Wecker!) auf. Nach einem hastigen Frühstück und schnellem ent- und versorgen düsten wir los, etwa 45 Minuten seien es bis zu unserem ersten Tagesziel, dem „Svartisen“- Gletscher, welcher der zweitgrößte Norwegens ist. Wir wussten, dass es bis zum Start des eigentlichen, etwa knapp vier Kilometer langen Aufstiegs einen Pfad gibt, etwa sieben Kilometer lang, den man wandern kann. Alternativ und für Weicheier fährt regelmäßig ein Boot über den wunderschönen Gletschersee. Wir wussten auch, dass das erste Boot um zehn Uhr abgeht, also vor 10:20 Uhr niemand dort sein kann. Außer uns eben, die wir ja schon hingewandert sein sollten!
Ankunft 7:50 Uhr, das sollte genügen. Und dann? Der Pfad wurde aktuell wegen „Danger“ gesperrt; es sei mit weiteren Geröllabgängen zu rechnen, denen man dann nicht ausweichen könne. „Ja und?“, sagte ich – und erhielt ein mildes Lächeln zur Antwort…

Gletschersee des "Svartisen"- Gletscher

Überraschender Weise regte sich der Waldläufer weit weniger über die eingesparten knapp 15 Kilometer auf als ich. Klar, jetzt hatten wir zwei Stunden (die wir zu früh aufgestanden waren), um auf das Boot zu warten!

Pünktlich erreichten wir den Beginn des Aufstiegs zum Gletscher. Ausschließlich Geröll oder abgeschliffenes Felsgestein, über das wir zu kraxeln hatten. Sehr stressig! Wir waren am Ende beide froh, dass dieser ursprünglich geplante Weg gesperrt war…
Aber dass es ein absolut grandioser und lohnenswerter Ausflug war, zeigen die Fotos! Tolle Bilder eröffneten sich uns nach allen paar Schritten. Klick klick klick! Und hinzu kam noch, dass es erneut superklares, fast ständig wolkenloses Wetter bei bis 22 Grad war heute! Übrigens brachte das Boot mit uns 27 Personen dorthin, die sich schnell verteilten. Absolut zu empfehlen, wer mal in diese Ecke kommt!
Dazu sprachen wir noch ein Weilchen mit einem, der auf den Västeralen (bevor jetzt jemand nachschlagen muss, also falls das jemand muss: die nördlichen benachbarten Inseln der Lofoten sind das) geboren wurde und uns wertvolle Tipps („great fishing- spot“) gab. Man wird sehen.


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Aufstieg zu Gletscher


Vor dem "Svartisen"- Gletscher



Einfach mal so erzählt: die beste Ehefrau von allen (Dank an Ephraim Kishon, dass er diesen Begriff nicht für immer blockieren ließ!) schleppt ja stets Wunder was mit auf so eine Wanderung. Also etwa acht Liter Wasser für eine mögliche Blitzdürre, Klamotten, Mütze und Handschuhe für eine überraschende etwaige Eiszeit. Diesmal fragte ich anfangs, ob sie Sonnencreme dabei habe: Sie packe sie ein. Okay.
Tatsächlich – denn genialer Weise schien ja ständig die Sonne – brauchte ich irgendwann Sonnencreme. Ich sprühte nach Erhalt drauf los und „schmierte“ gleich mal Stirn und Nase ein. Leider hatte sie statt Sonnencreme Autan eingepackt! Was eine Heldin!

Etwa um halb drei nachmittags lenkten wir wieder auf die Hauptverkehrsader E 6 gen Norden ein. Zweites Tagesziel war der noch knapp 100 Kilometer entfernte Polarkreis („Polar Circle“). Keine Bäume mehr, nur noch Sträucher zu sehen. Das haben sie sehr gut gemacht, die WoMo- freundlichen Norweger, denn neben einem (Fast Food-) Restaurant und einem Touri- Shop gibt es dort eine Menge Infos und einen riesigen Parkplatz, den WoMos auch über Nacht benutzen können. Was wir taten.


Am Polarkreis

Scheinbar unvermeidlich... aber wer halt gerne einen "Rentier"- Burger zu 19,- EUR haben möchte...

Eine ruhige Nacht, aber wir schliefen auch Steinen ähnlich. Nach unserer Weiterfahrt erreichten wir den höchsten Punkt des Nationalparks (etwa 700 Meter), und bald, immer dem Fluss Lonselva entlang, Lonsdal. Dort mündet der Fluss Junkerdalselva in den Lonselva, und wir wanderten eine Weile am Ufer des Junkerdalselva entlang aufwärts, weil es wirklich sehr schöne Motive dort gab. Zumal auch heute die Sonne schien!

Wunderschönes Lonsdal
 
Wanderung im Junkerdal






Tagesziel am heutigen Mittwoch war Bognes, und falls wir früh dran wären, auch noch die Fährüberfahrt bis auf die Västeralen.
Wir waren relativ früh dran. Weil mir aber klar war und ja auch logisch ist, dass die Preise auf den Inseln höher sind denn am Festland, tankten wir an der vorletzten Tanke auf dem Festland nochmal voll (war eh nötig), und 14,9 NOK (also etwa 1,50 EUR) war vergleichsweise okay.

Wir bogen auf die Wartespur der Fähre, wurden innerhalb einer Minute abkassiert und legten drei weitere Minuten
danach ab! Eine sehr ruhige, knapp einstündige Überfahrt folgte und wir erreichten die Västeralen bei 19 Grad.

Die erste Tankstelle gleich nach der Fähre wollte 13,95 NOK für den gleichen Sprit… was für ein Held!

Wir fanden umgehend einen wunderbaren Platz direkt am Meer für die Nacht. Der Hunger ließ uns zügig eine Mahlzeit zubereiten und dann begannen wir, für die kommenden Tage zu überlegen.

Der erste Stellplatz auf den Västeralen

Was die Inselgruppe zu bieten hat, erzählen wir absehbar unter diesem link.
Bis dahin allen alles Gute und die herzlichsten Grüße,

Autanheldin Wuschel und Tankheld Tommy

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