Elchloses Tjotta, ein uralter Elch, Elchracing, Überraschungstreffen in Steinkjaer und Sonnenüberraschung in Trondheim


Nach einer wunderbaren Mahlzeit (wir schafften diesen einen, wirklich üppigen Seelachs gerade so) durchwanderten wir  ab Einbruch der Dämmerung das Elchgebiet in Tjotta. Eineinhalb Stunden und acht Fußkilometer später kehrten wir bei Dunkelheit einigermaßen enttäuscht ans WoMo zurück – kein Elch, nicht mal einer aus Plastik irgendwo!



Am nächsten Morgen erreichten wir frühzeitig den Fährhafen, und es blieb sogar noch Zeit, beim dortigen Supermarkt ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Dann ging es über Wasser weiter, wir überquerten den Polarkreis in Richtung Süden ja schon früher und befinden uns wieder südlich von dem, und nach einer weiteren kurzen Fährfahrt und noch einer guten Stunde Autofahrt erreichten wir Bronnoysund.

In der kleinen Stadt selbst gab es für uns keine Übernachtungsstelle, dafür suchten wir eine halbe Ewigkeit nach der dortigen Skulptur! Selbst als wir direkt vor dem Schild standen, sahen wir die nicht! Und dann plötzlich, da war sie ja!



Da isses ja! Das, äh... Kunstwerk


Aber wer denkt schon, dass es sich bei einem Steinhaufen um Kunst handelt?! Einigermaßen Kopf schüttelnd fuhren wir weiter dem nächsten echten Ziel entgegen, das da „Torghatten“ hieß. Unweit fanden wir auf einer Anhöhe mitten im Nichts eine Nische fürs WoMo und dort blieben wir über Nacht; mit sensationeller Aussicht!


Da hatte man auch schon üblere Sicht...
 






Der „Torghatten“ ist ein Berg, der ein riesiges Loch hat (so grob 41 x 18 Meter auf rund 160 Metern Länge). Es gibt zwei Erklärungen. Die eine sagt, dass das Loch Vorkommnissen während der Eiszeit geschuldet ist. Ich denke, dass dies von solchen Wissenschaftlern behauptet wird, die auch vom Mensch gemachte Erderwärmung erkennen! Die zweite, und meiner Meinung nach wahre Erklärung lautet, dass einst ein Krieger seiner flüchtenden Liebe nacheilte und er letztlich nur noch einen Pfeil nach ihr schießen konnte; ihr Vater warf seinen Hut dazwischen, welcher getroffen wurde und im Anschluss wurden alle zu Stein. Das Loch kommt demnach von dem Pfeil.



Vor dem Eingangsloch des Torghatten... und die Aussichten von oben in beide Richtungen






Aufstieg, der Weg durch das Loch und Abstieg sowie eine beinahe Komplettumrundung brauchte mit allen Fotostopps den ganzen Vormittag und darüber hinaus, aber es war eine durchaus lohnenswerte Wanderung.







Nach einer Brause und in frischen Klamotten setzten wir unsere Reise fort. In Hoylandet (ganz bekannt!) wollten wir nach nochmal einer kurzen Fährfahrt die Nacht verbringen, und zu allererst erklommen wir im WoMo (1. Gang!) mit Mühe einen Berg, um den dortigen Wasserfall zu besuchen. Nun, der Besuch wurde nur ein Gucken, da man gar nicht direkt hinkommt. Dazu lag alles voll im Gegenlicht und dass es sich um einen Wasserfall handelt war nur deshalb klar, weil es schließlich im Reiseführer steht! Wasser führte das Rinnsal so gut wie keines.







Nun denn, wieder hinunter und gleich zu der berühmten Brücke, die es in Hoylandet gibt! Es handelt sich um die einzige überdachte Holzbrücke ohne Stützpfeiler mittig – in ganz Norwegen!







Dass es sich nach unseren Verhältnissen eher um ein Brückchen handelt, wurde erst vor Ort klar. Gesperrt für jeglichen Verkehr zudem! Aber überdacht, immerhin…

Dafür fanden wir einen schönen Stellplatz für die Nacht und blieben bis zum nächsten Morgen.



Zwei Wasserfälle standen auf dem Programm in Richtung Steinkjaer, immer auf der 17 fahrend. Insbesondere der erste hatte was, denn die von den Elementen gezeichneten Felsen trugen doch wesentlich dazu bei, dass die Fotos ganz schmuck sind.

Bei der Stadt Grong war Schluss mit der Küstenstraße 17 und wir erreichten die E 6. Die wir allerdings schnell wieder verließen und über die 763 umfuhren. Denn wir wollten nach Snasa. Dort in der Nähe besuchten wir 6000  Jahre alte Steinzeichnungen. Der Elch ist noch perfekt zu erkennen, sehr beeindruckend aufgrund des Alters.






Gut 6000 Jahre alte Steinzeichnung bei Snasa


Und nun ein kleines Rätsel:

Auf dem folgenden Foto befindet sich ein in derselben Technik (wie beim Elch) gezeichnetes Tier. Hinweis: die Beine sind inzwischen nicht mehr sichtbar, weil Wind, Wasser und Wetter sie entfernt haben. Wer heraus findet, was für ein Tier es ist – UND DIE KONTUREN  EINZEICHNEN KANN! – der verdient allerhöchsten Respekt! Denn wir haben lange vor der Wand gestanden und absolut nix, nada, nichts erkennen können!



Wahrscheinlich ist es ganz einfach...



Dann war der Elchgott doch noch mit uns! Am hellen Tag um die Mittagszeit erbarmte sich ein junger Elchbulle, vor uns die Straße zu überqueren, ein Weilchen im Renntempo vor uns her zu galoppieren und dann seitlich ins Elchgebiet zu verschwinden. Klick, klick, klick, und wie froh war ich, dass mein Foto nicht nur gute Bilder, sondern auch schnelle macht…








Wir fuhren letztlich bis Steinkjaer an dem Tag. Einen Platz fanden wir recht schnell, und während ich – wenn auch zur völlig falschen Uhrzeit – ein wenig angelte, durchstreifte Miss Latsch die Stadt.

Man glaubt es nicht, aber am frühen Abend trafen wir wieder mit Lieselotte und Dirk zusammen, die auch in Steinkjaer übernachteten. Klar, dass wir wieder bis fast Mitternacht quatschten. Und relativ viel Zeit in das Studium der unterschiedlichen Wettervorhersagen investierten, die übrigens allesamt von verheerendem Inhalt für den näheren weiteren Verlauf der geplanten Tour waren… mindestens zehn üble Wettertage sollten uns demnach bevorstehen, ganz egal übrigens, in welche Richtung wir uns wenden würden! Dankeschön!

Unsere Wege trennten sich morgens. Wir wollten – da zeitlich ein wenig freier – noch auf den Hausberg Steinkjaers wandern, ein drei Kilometer langer, zum Teil wirklich steiler Anstieg auf allerdings guter „Piste“. Unterwegs, und wirklich gut gemacht, stellten sie immer mal wieder verschiedene Trolle auf. Oben, auf dem „Oftenasen“, steht der größte Gartenstuhl der Welt! Und tatsächlich handelt es sich um ein imposantes Gebilde, wenn man erstmal hoch gestampft ist…



Hinauf zum "Oftenasen"

Mit Blick auf Steinkjaer





Am größten Gartenstuhl der Welt





Es begann erst zu regnen, als wir bereits wieder – mit einer mit frischen Heidelbeeren und Waldhimbeeren gefüllten kleinen Tüte – das Wohnmobil zum Duschen erreichten.

Versorgen und entsorgen war danach noch angesagt und in reichlich verregneten Abschnitten fuhren wir über Levanger bis Stjordal, wo wir zwar schon einmal auf der Fahrt nordwärts waren, aber diesmal auf einem anderen Stellplatz; direkt am Meer, tolle Sicht, wenn auch recht wolkig.



Wunderbarer Platz in Stjordal



Ruhige Nacht, wie erwartet, Regen, wie befürchtet, aber wir entschieden, uns jetzt trotzdem aufzumachen und wie geplant Trondheim anzusteuern.

Oh, oh, wie ungewohnt! Ampeln, Busspuren, Radarkontrollen, viele Menschen.

Nun, wir gewöhnten uns zwangsläufig und rasch daran und erkundeten die Stadt zu Fuß, nachdem wir einen günstigen (10,-EUR) Parkplatz sehr zentral gefunden hatten.

Tatsächlich kam ab und zu die Sonne heraus, kein Regen, und zuletzt schien zu unserem totalen Erstaunen sogar noch richtig die Sonne vom blauen Himmel.

Die Stadt hat durchaus etwas, viele alte oder auf alt gemachte Speicherhäuser, einen Dom, zahlreiche Kneipen und Promenaden, eine Burgfestung und einen Chinashop, bei dem wir uns selbstverständlich mit einigen Wichtigkeiten eindeckten, Tintenfischtuben zum Beispiel…



In Trondheim, der drittgrößten Stadt Norwegens, hier der Dom









Der Plan lautet, den unvermeidlichen „Trollstiegen“, zu fahren, den „Geyranger Fjord“ im Hurtigruten- Schiff zu durchfahren, Alesund zu besuchen und möglichst Küsten nah weiter in Richtung Süden zu fahren.

Was am Ende dabei herauskommt, ob es der Wettergott doch noch gut mit uns meint (Vorhersage meint ja, zehn Regentage bei 15 – 6 Grad…) und was sonst passiert, das berichten wir bei passender Gelegenheit unter diesem link.

Bis dahin grüßen wir herzlich,



Wuschele AufdenHausbergmussman & Tommy Elchverfolger

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